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Was sind erste Anzeichen?

Auch wenn sich die Symptome je nach Art der zugrundeliegenden Krankheit sowie individuell deutlich unterscheiden können, gibt es charakteristische Veränderungen im Erleben und Verhalten, bei denen Sie hellhörig werden sollten:

  • Probleme mit dem Gedächtnis: Die meisten Menschen vergessen ab und zu Namen oder Termine; das ist völlig normal. Auffällig ist es dagegen, wenn solche Erinnerungslücken immer häufiger vorkommen und auch vertraute Namen oder Telefonnummern sowie kurz zurückliegende Ereignisse betreffen, wenn im Gegensatz zu früher ständig Dinge „verlegt“ oder Personen nicht wiedererkannt werden.

  • Probleme bei Routineaufgaben: Betroffene haben zunehmend Schwierigkeiten bei der Planung und Durchführung komplexerer Handlungen und Aktivitäten im privaten oder beruflichen Bereich, z. B. der Erledigung von Bankgeschäften.

  • Probleme mit der Sprache: Betroffenen fällt es immer schwerer, längeren Gesprächen zu folgen und den „roten Faden“ nicht zu verlieren. Sie suchen häufiger nach den richtigen Begriffen und verwenden zunehmend verfehlte oder unpassende Bezeichnungen, Umschreibungen und Füllwörter (z. B. das „Dingsda“).

  • Probleme bei der Orientierung: Im Gegensatz zu früher zeigen sich häufiger Schwierigkeiten beim Zurechtfinden in einer fremden, später auch in der gewohnten Umgebung. Fragen nach dem aktuellen Datum (Wochentag, Monat, Jahr) oder der Uhrzeit führen vermehrt zu unsicheren oder falschen Antworten.

  • Veränderungen der Persönlichkeit und Stimmung: Betroffene wirken antriebslos und unruhig, zeigen weniger Eigeninitiative, vernachlässigen ihre Hobbies oder treffen ungewöhnliche Entscheidungen. Die Stimmung ist häufig depressiv getönt, es kann zu starken Stimmungsschwankungen kommen.

  • Sozialer Rückzug: Betroffene ziehen sich immer mehr von ihrem Freundes- und Bekanntenkreis zurück und nehmen weniger an gemeinsamen Aktivitäten teil, die ihnen vorher Freude bereitet haben.

Lassen Sie sich beraten

Stellen Sie bei sich oder Ihrem Angehörigen mehrere dieser Warnzeichen fest, sollten Sie nicht zögern, mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt darüber zu sprechen. Sie können sich mit ihren Fragen auch jederzeit an die Demenzberatung des Diakoniewerks wenden und bei Bedarf einen Termin für ein persönliches Beratungsgespräch vereinbaren.

Autorin: Mag.a Isabel Flamme , Klinische und Gesundheitspsychologin im Haus für Senioren Wels