Inhaltsbereich:

Übersiedlung in ein Alten- oder Pflegeheim

Allgemeine Überlegungen

Wenn möglich, besprechen Sie bereits zu Beginn der Erkrankung mit ihrem/r Angehörigen was er/sie sich bei zunehmendem Unterstützungsbedarf wünscht, was ihm/ihr wichtig wäre. Überlegen Sie auch, wie weit Sie Unterstützung geben können und üben Sie Achtsamkeit bei Versprechungen.

Bevor die Heimunterbringung in Erwägung gezogen wird, sollte überlegt werden, ob eine Entlastung durch andere Hilfsangebote zunächst ausreichend wäre, um eine Betreuung im häuslichen Umfeld weiter zu gewährleisten.

Dazu gehören in erster Linie Unterstützung durch mobile Dienste und der Besuch von Tageszentren. Bitte beachten Sie: „Betreubare Wohnungen“ sind barrierefrei. Betreuungsleistungen müssen aber separat zugekauft werden.

Wann der notwendige Zeitpunkt für eine Heimaufnahme gegeben ist, hängt sowohl vom Krankheitsverlauf selbst als auch vom sozialen Umfeld und der Pflegesituation des/der Betroffenen ab.

Informieren Sie sich im Vorfeld über unterschiedliche Betreuungskonzepte der Heime wie z. B. Hausgemeinschaften, Wohngemeinschaften, Pflegeheime. Wenn möglich, besuchen Sie diese Einrichtungen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und die Atmosphäre zu erleben.

Wünsche, welches Heim Sie bzw. Ihr(e) Angehörige(r) bevorzugen, können bei Antragstellung geäußert werden.

Vor der Übersiedelung

Ist eine Aufnahme in absehbarer Zeit erwünscht oder erforderlich, vereinbaren Sie einen Termin mit der zuständigen MitarbeiterIn bei der Wohnsitzgemeinde.

  • Sie erhalten dort das entsprechende Formular (Antrag für Heimunterbringung).

  • Sie sollten sich im Vorfeld rechtzeitig um ein ärztliches Gutachten (Hausarzt bzw. Hausärztin) kümmern, das Sie zu diesem Termin mitbringen.

  • Über die Kosten, die Finanzierung und die zu erbringenden Unterlagen werden Sie bei diesem Gespräch informiert.

Wenn keine ausreichende Pflegestufe vorliegt, wird zunächst eine Bedarfserhebung im Rahmen eines Hausbesuches durch eine MitarbeiterIn der Gemeinde durchgeführt.

Wann der richtige Zeitpunkt ist, Ihre/n Angehörige/n über die Übersiedlung zu informieren, ist sehr individuell. Bei schwer desorientierten Menschen kann es durchaus sinnvoll sein, erst kurzfristig zu informieren, um etwaige Unruhezustände und Ängste zu vermeiden.

Während der Übersiedelung

  • Wenn möglich, planen Sie gemeinsam mit der/dem Betroffenen, was mitgenommen wird und richten Sie das Zimmer gemeinsam ein.

  • Persönliche Gegenstände wie z. B. der gewohnte Fernsehsessel, Bilder, die Eckbank, oder aber ein persönliches Erinnerungsalbum geben Orientierung, ein Gefühl von zu Hause und können so das Eingewöhnen erleichtern.

  • Bei der Auswahl der mitgenommenen Kleidung achten Sie darauf, dass diese die Selbständigkeit möglichst wenig beeinflussen, z. B. Schuhe mit Klettverschluss, Hosen mit Gummizug. Es ist aber auch wichtig, dass Lieblingskleidungstücke und Kleidungsstücke, die Ihr Angehöriger gewohnt ist zu tragen, wie z. B. eine Kleiderschürze, mitgenommen werden.

  • Informieren sie sich über Aktivitäten wie z. B. Gymnastik, Gedächtnistraining, spirituelle Angebote und besprechen Sie mit Ihrem/r Angehörigen/r was er/sie in Anspruch nehmen möchte.

  • Informieren Sie die MitarbeiterInnen über die persönlichen Gewohnheiten und Vorlieben Ihres/r Angehörigen.

Eingewöhnung

Der Umzug in ein Heim muss nicht bedeuten, dass die Familie nicht mehr für den/die Angehörigen sorgt. Begleiten Sie ihren Angehörigen auch weiterhin aktiv in dem Ausmaß, das für Sie und ihre Familie möglich ist.

Diese Veränderung kann eine sinnvolle Arbeitsteilung ermöglichen. Pflegetätigkeiten werden abgegeben. Die gemeinsame Zeit kann für die Freizeitgestaltung, Gespräche oder auch zur Unterstützung beim Aufrechterhalten von lieb gewonnenen Tätigkeiten genützt werden.

Informieren Sie das Pflegepersonal, wie und wann Sie Betreuungsaufgaben übernehmen (z. B. Samstagnachmittag-Spaziergang; Begleitung zu Fachärzten etc.)

Manchmal ist es aber so, dass zu häufige Besuche bei Demenzkranken zu vermehrter Unruhe führen. Beraten Sie sich mit dem Pflegepersonal über die optimale Häufigkeit und Dauer der Besuche.

Autorin: DGKS Renate Stöbich, Einsatzleitung Diakonie.mobil