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Was ist eine Demenz?

Der Begriff "Demenz" bezeichnet keine Krankheit im engeren Sinn, sondern einen hirnorganisch bedingten pathologischen Abbauprozess, der zu einer zunehmenden Beeinträchtigung geistiger Fähigkeiten und Fertigkeiten führt.

Heute sind bis zu 100 verschiedene Krankheitsbilder bekannt, die eine Demenz verursachen können und von denen einige gut behandelbar sind. Am häufigsten kommen jedoch sogenannte neurodegenerative Formen wie die Alzheimer-Krankheit vor, bei denen es zu einer fortschreitenden, irreparablen Zerstörung von Nervenzellen kommt.

Auch wenn das Risiko, an einer Demenz zu erkranken, im höheren Alter deutlich steigt, handelt es sich keineswegs um eine normale Begleiterscheinung des Älterwerdens, die jeden Menschen mehr oder weniger betrifft, sondern um eine Erkrankung, die typischerweise im Alter auftritt.

Demenz ist mehr als nur „Vergesslichkeit“!

Neben einer Beeinträchtigung der Merkfähigkeit und des Gedächtnisses müssen weitere Funktionsbereiche des Gehirns betroffen sein, wie z.B. das Denkvermögen, die Urteilsfähigkeit, die Sprache, die Orientierung oder die praktische Handlungsfähigkeit. Außerdem müssen die Symptome so schwerwiegend sein, dass sie zu einer deutlichen Beeinträchtigung der Alltagsbewältigung führen.

Verdacht auf Demenz: Abklärung und Diagnose

Die Erkenntnis, dass sich die eigene geistige Leistungsfähigkeit oder die eines Angehörigen in den letzten Monaten oder Jahren deutlich verschlechtert hat, ist zumeist ein längerer, mit vielen Befürchtungen und Ängsten verbundener Prozess. Viele Menschen, vielleicht gehören auch Sie dazu, zögern deshalb eine Untersuchung viel zu lange hinaus.

Für die von Ihnen festgestellten Veränderungen kann es verschiedene Ursachen geben; vielleicht sind sie weniger schwerwiegend, als Sie befürchten, vielleicht sind sie auch Begleitsymptome einer leicht behandelbaren körperlichen oder psychischen Krankheit. Das kann jedoch nur ihr Arzt bzw. Ihre Ärztin durch eine gründliche Untersuchung feststellen.

Aber auch dann, wenn Sie oder ihr Angehöriger tatsächlich von einer Demenz betroffen sein sollten, ist es ganz wichtig, frühzeitig etwas zu unternehmen. Eine klare Diagnose zu einem frühen Zeitpunkt der Erkrankung hilft nicht nur Ihnen, sich rechtzeitig auf die mit der Krankheit verbundenen Veränderungen einzustellen, sondern auch den behandelnden Ärzten, eine optimal angepasste Therapie einzuleiten.

Autorin: Mag.a Isabel Flamme , Klinische und Gesundheitspsychologin im Haus für Senioren Wels